Maturahausarbeit
von
Karl Grünwidl



1930 1931

[Anmerkung: Wie hier zu sehen, spiegelt das den Stand von 1930/1931, es ist also durchaus möglich, daß inzwischen zB irgendwelche Kreuze/Denkmäler oder was weiß ich was gar nicht mehr existieren. Auch habe ich keinen blassen Schimmer von Latein, was sich wohl auf die Qualiät des Abschreibens der Texte auswirkte]


Geschichte
der
Kirche und Pfarre von
Mailberg.


Inhaltsverzeichnis

  1. Lage, Größe, Erwerb der Einwohner.
  2. Aus Mailbergs vergangenen Tagen.
  3. Mailberg, der erste Sitz der Malteser in Österreich.
  4. Mailberg als Pfarre:
    1. Die St. Kunigundskirche
    2. Die Schloßkirche
  5. Die Glocken.
  6. Mailbergs Geistlichkeit.
  7. Der Friedhof.
  8. Die Grabkapelle.
  9. Volksmissionen, Visitationen, Firmungen.
  10. Kreuze und Denkmäler.
  11. Die Schule Mailbergs.
  12. Der Krieg von 1805, 1809, 1866 im Volksmund.

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Quellenbücher zur Ortsgeschichte

  1. Pfarrchronik Mailbergs (Die Glocken, Friedhof, Geistlichkeit, Kreuze und Denkmäler, Grabkapelle, Volksmissionen, Visitationen, Frimungen)
  2. Dr. Bibl, K.K.Landesarchivar unter liebenswürdiger Mithilfe des Fr. Ernest Hubka, Pfarrer in Mailberg (Aus Mailbergs vergangenen Tagen)
  3. Aufzeichnungen des Herrn Alois Zörkler, Obl. in Mailberg
  4. Die St. Kunigundskirche: Berichte und Mitteilungen des Altertumsvereins XVI

Urkunden-Quellenbücher

  1. Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft VI, S.71 (Tumulus)
  2. Wendrinsky: Die Herren von Schwarzenberg-Nöstach, Blätter des Vereins für Landeskunde XI, S.344 (Person des Hadrikus)
  3. N.Ö.Landesarchiv, Gültbuch, alte Einlageakten U.M.B.40 (Version)
    1. Huber, Österreichische Geschichte I. S. 231
    2. Chron. monast. Mellic., Pez. Script. rerum Austr. I.S.226, II.S.702 (Schlacht bei Mailberg 1082)
  4. Annal. Zwettl: Mounm Germ.SS.IX.S.36,682 (Die Einfälle König Johanns von Böhmen)
  5. Krone, Handbuch der Geschichte Österreichs II.S.353 fff (Das Mailberger Bündnis). Abgedruckter Bundesbrief bei Kurz "Österreich unter Kaiser Friedrich IV", I.S.361
    1. Neill, Verschollene Ortschaften
    2. Blätter des Vereins für Landeskunde, XVII.S.354 (Mailberg als brandenburgisches Lehen)
  6. Meiller, Regesten der Babenberger, S.7 (Die drei Königlichen Hufen)
  7. Cod. Diplom. Moraviae V.S.219, Nr.3,4 (Weingarten zu Grinzing)
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Die Lage Mailbergs


Diese schildert uns schon ein gewisser Herr Jacob Stadler, geboren zu Steinabrunn um das Jahr 1800. Er Schreibt: Margburg, sonst Maylperg genannt, liegt in einem von der Ost und Südseite mit sanften Hügeln, von der NW und W Seite aber von dem sogenannten Buchberg (415), dem höchsten Standpunkt der hiesigen Gegend umschlossenen, äußerst fruchtbaren Tal, welches sich gegen NO gegen das Pulkautal, einer 4-5 Meilen langen und 3/4 Meilen breiten Ebene öffnet. Im Jahre 1055 wird der Buchberg unter dem Namen -Mauerberg - (Mouriberg) genannt. Eine Erklärung dafür dürfte der steile Abfall des Berges gegen das Pulkautal sein, sodaß der Berg von dieser Seite ein mauerähnliches Aussehen hatte. (Es wird angenommen, daß der Buchberg eine Scholle, der Rest eines Kalkplateaus ist, das, unmittelbar auf dem Schlier auflagert; es ist auch die Annahme gestattet, daß der Kalk auf einer Urgesteinsklippe auflagert.) 1 Mailberg selbst liegt in einer Höhe von 191 Metern. Der Ort wurde unter Kaiser Maximilian zum Markte erhoben, zählt 325 Häuser mit 1361 - 1400 Einwohnern [Anmerkung: heute ca. 600 Einwohner] und umfaßt ein Gemeindegebiet von 15,07 km².

Die Hauptbeschäftigung der Bewohner ist der Weinbau, der hier schon seit alten Zeiten betrieben wird. In einer Urkunde des Pfarrarchivs vom Jahre 1392 wird ein Weingarten in der - Rosenparth - erwähnt. Danaben werden die üblichen Getreidearten und nötigen Futterpflanzen in geringerem Ausmaß gebaut.

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Aus Mailbergs vergangenen Tagen


Der Name des Marktes hat im Laufe der Zeit viele Wandlungen durchgemacht. Urkundlich hieß er 1055 Mouriberg, in Göttweiger und Klosterneuburger Tradition seit 1100 - de Mauriberg, Morperge und Mäurperge. Vom 14. Jahrh. an lesen wir Mewperg und Maiwperg, im 15. Jhd. Marperg, Mortperg und auch schon Meilperg. Gehen wir von Mailberg den Weg nach Kadolz, so sehen wir rechts, unweit der Kadolzer Auen, einen Hügen, dem seine eigenartige Form den Volksnamen - Der kuglige Berg - eingetragen hat. Es ist ein Tumulus von achtzig Schritten und einer Höhe von 5 1/2 m. Man fand in diesem Hügel Gefäße, die uns auf eine Siedlung in der Quadenzeit schließen lassen. Der Name Mauriberg tritt uns zum erstenmal in einer Urkunde vom 3. Mai 1055 entgegen. Kaiser Heinrich III. schenkte hier einem gewissen Hadricus drei königliche Hufen, 2 zwischen dem Walde Mouriberg und dem Pulkauflusse, die dritte jenseits des Flusses im Komitate des Adalbert. Über die Person des Hadricus ist viel gestritten worden. Er galt lange Zeit als der Sohn des Babenbergers Ernst, wird aber der Sohn Heinrichs von Schwarzenburg, Vogt des Bischofs von Regensburg, sein. Hadricus ist dann Ahnherr der Brüder Heinrich und Rapoto, Stifter des Klosters Kl. Maria Zell. Jedenfalls ist Hadricus ein wackerer Streiter des Kaisers in den langwierigen Kämpfen gegen die Ungarn gewesen, dem nun zum Lohne nach Friedensschluß und Sicherung der Leitha - Marchgrenze (1043) ausgedehnter Landsitz zuteil wurde.

Schenkungsurkunde

     1055, 3. März Regensburg
Kaiser Heinrich der 3. schenkt - cuidam Haderico tres mansos regales ex beneficio ipsius duos uidelicet iacentes inter Mouriberg siluam, et fluuium pui dicitur Bulka tercium uero ultra eundem fluuium Bulka iacentem in marchia boemia in ceomitatu Adelberonis. -
     Data 5 non. Martii Anno incarn domin.M L5.Anno autem ordinationis eius 27.regni 16.imperii 8.Actum

Ratisbone.



Nachdem nun die Grenze vor Einfällen abgesichert war, wurde das Land fränkischen Siedlern zugewiesen. Bezüglich des Alters Mailbergs besteht folgende Version:(Urkunde im Nachtrag) Der Komtur des Malteserritterordens, Anton Ernst Trautsohn, Graf zu Falkenstein, hält sich nämlich in einer Eingabe an die ständisch Verordneten (1727) darüber auf, daß er für die 481 Häuser das Pfundgeld zu entrichten habe, während doch darunter 233 - 650 jährig alte orde - begriffen seien. Rechnet man vom Jahre 1727, aus welchem das Aktenstück datiert ist, 650 Jahre zurück, so kommt man auf das Jahr 1077. Auf jedem Fall ist es wahrscheinlich, daß Mailberg 3 Jahrzehnte nach der Schenkung an - Hadricus bereits eine Ortschaft war. Die damalige Benennung Mailbergs ist: in loko pui Mouriberg dicitur .

Der Investiturstreit kam, und der damalige Babenberger,Leopold II, stellte sich auf die Seite des Papstes Gregor. Kaiser Heinrich verlieh hierauf seinem treuen Anhänger Wladislaw von Böhmen Österreich und brach mit starker Heeresmacht in die Mark, um von ihr Besitz zu nehmen. Unter seinem Heer war auch eine Schar Bayern, die der Bischof gesendet hatte. Leopold stellte sich ihm entgegen und es kam am 2. Mai 1082 zur Schlacht bei Mailberg, in der das Heer Leopolds vernichtet wurde (Urkunde im Nachtrag). Als man 1899 beim Graben eines Kellers auf eine Menge von Menschen und Pferdeknochen stieß, brachte man sie mit dieser Schlacht in Verbindung. Auch glaubt man eine zwischen Mailberg und Obritz gelegene Ried, die im Volksmund Schlagstatt geheissen wird, als Schlachtfeld bezeichnen zu können. Der geschäftige Volksmund gab der Geschichte noch einen unangenehmen Anstrich: Als der Bruder des Markgrafen Leopolds II, Albert, so erzählt uns der Chronist Tomas Ebendorfer, in Anwesenheit der Herzoge von Böhmen und Bayern auf dem Berge - Nertz - (?) bei Mailberg Hochzeit feierte, tat Leopold der Braut gewalt an, aus Rache dafür, daß Albert an seiner Frau Ehebruch verübt hatte. Das ist die Ursache der großen Schlacht bei Mailberg.

Mailberg war auch später noch der Schauplatz von Kämpfen mit den Böhmen. Im Jahre 1332 fiel ihr König Johann ins Land und es kam bei Mailberg zur Schlacht. 1336 eroberte der König Mailberg und ließ hier eine Besatzung zurück, die schwer auf dem Lande drückte. Ebenso kam es hier mit dem berüchtigten Söldnerführer Sokol zu einem Scharmützel, wobei gegen 20 österreichische Adelige gefangen und erst später mit der Stadt Laa für 50.000 Fl. ausgeliefert wurden. Von weitaus grösserer Bedeutung als diese Kämpfe ist

Das Mailberger Bündnis vom 14. Oktober 1451.

Auf Veranlassung des Freiherrn Ulrich von Eitzing, der in Österreich eine ähnliche Rolle zu spielen trachtete wie Podiebrad in Böhmen und Hunyadi in Ungarn, versammelten sich im Schloss Mailberg mehrere der angesehensten Adeligen von Ober- und Niederösterreich und verschworen sich im Namen aller Prälaten, Herren und Knechte, nicht eher zu ruhen, bis ihr rechtmäßiger Erbherr Ladislaus, der nachgeborene Sohn Albrechts II aus der Vormundschaft des Königs Friedrich entlassen sei und seine Residenz in Wien genommen hätte. 250 Siegel waren es, die sich nach und nach auf den Bundesbrief hefteten.

Der Bundesbrief

Bündnis der Landesstände wider den Kaiser Friedrich, um ihn zu nötigen, den Ladislaus aus der Vormundschaft zu entlassen.

1451, den 14. Oktober.

Wir, alle Prälaten, Herren, Ritter und Knechte, die in dem Landt - Fürstthumb Österreich gesessen undt wohnhafft sindt, soviel der ihre Insigil an den Brieff gehangen haben, und noch hinfür künfftiglich ihre Insigil an den Brieff hänngen werdten bekhennen alle eintrechtigkleich und unverschaidenleich miteinander, und thuen kundt öffentlich mit dem Brieff allen den er fürkhombt. Nachdem und wür aigentlich sehen und erkennen.........u.s.w.

Geben zu Martberg n Pfingsttag nach St.Collmannstag nach Christi Geburt Vierzehnhundert und im Ain undt funffzigsten Jahren.

Dieses Bündnis ist ein denkwürdiges Zeugnis für die Glanzzeit der österreichischen Stände, die sich in Abwesenheit ihres rechtmäßigen Landesfürsten als die berufenen Verweser und Hüter des Landes ansahen.

Von den späteren Schicksalen des Ortes wissen wir, dass er in den Schwedenkriegen schwer zu leiden hatte. In dieser Zeit wird wohl der angrenzende Ort Stranzendorf, der noch in einer Urkunde aus 1589 als landesfürstliches Lehen erwähnt wird, verschwunden sein. (1426-1502)

Urkunde 1426

Markgraf Friedrich von Brandenburg verleiht zu Wien am 18. Feber 1426 dem Achaz von Kuenring die Herrschaft Seefeld samt dem Gerichte Verbot und Bannteiding in den Dörfern Jezesdorf, Markersdorf, Ober und Nieder Hadres, Obrez, Kadolz, Stranzendorf und Zwingendorf.

Mailberg wurde unter Kaiser Maximilian zum Markt erhoben, am 10. Jänner 1514 erhielt es das Recht zur Abhaltung zweier Jahrmärkte. am Exaudisamstag und am Martinitag, ferner eines Wochenmarktes an jedem Mittwoch. In der böhmischen Revolution, und in den Schwedeneinfällen kam der Markt ganz in Verfall. Der Komptur Karl Mosch v. Moritz wendete sich deshalb an Kaiser Ferdinand II., der mit dem Beschädigungsbriefe vom 18. Dezember 1782 der Gemeinde einen dritten Jahrmarkt zu Bartholomai statt des Wochenmarktes und Kaiser Ferdinand der Erste 1839 einen vierten zu Valentin (Die drei letztgenannten Briefe in Pergament befinden sich im Pfarrarchiv). Außer diesen drei Briefen enthält das Archiv nur Verwaltungsakten. 1718 waren im Pfarrhof durch Feuer wertvolle Bücher und Schriften zugrunde gegangen.


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Mailberg, der erste Sitz des Malteserritterordens in Österreich


Mailberg war auch der Sitz der gleichnamigen, ausgedehnten Herrschaft. Im dritten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts taucht ein - nobilis homo -, Kadolt de Mauriberge auf, der mit seiner Gattin Truda wiederholt in den Urkunden erwähnt wird (um 1137). Dieser Kadolt, der das Land um Kadolz, Mailberg und Harras besessen zu haben scheint, schenkte auf einer Kreuzfahrt nach Jerusalem dem jungen Johanniterorden aus Veehrung und zu seinem Seelenhei Mailberg und Zogelsdorf samt allen Besitzungen. Kadolt de Mauriberge können wir nämlich identifizieren mit dem - Kadolt de Zockilisdorf - (Zogelsdorf). Kadolt hatte einst vom Kaiser Lothar alle diese Besitzungen zu Eigen bekommen. Über diese Schenkung brachen in der Folgezeit zwischen Kadolts Neffen und den Johannitern Streitigkeiten aus, bis endlich am 15. August 1156 durch Vermittlung Herzogs Heinrich II. ein Vergleich zustande kam. Kadolt entsagte allen Lehensrechten, die er auf die Besitzungen zu haben glaubte, wogegen ihm der Orden zwei Weingärten in Grinzing überließ.

Schenkungsurkunde

Entscheidet (als Dux Bauarie et Marchio Austrii) im Wege eines Vergleiches eine Streitigkeit - inter Chadoltum de Harrorum et fratres sankti Johannes Baptiste hospitalis hierosolime super possessione patrui sui Kadolti senioris, ui-delicet Mourberch cum omnibus pertinentis suis, welche letzterer sogenannten Ordensbrüdern zu seinem Seelenheile geschenkt hatte. Der jüngere Kadolt entsagte - coram fidelibus nostris in manus nostras - seinen Lehensrechten, welche er auf diese Besitzungen zu haben behauptete. Dagegen überließ ihm der Orden zwei Weingärten, - Grinzingen sitas, de familia uero a prefato seniori Kadolto sibi tradita demiserunt ei Ottonem et Udalricum Gerlohum et Woluoldum et duas soreres Regenwardi.

Nach der von dem ehemaligen Ordensgeistlichen - Fra Wenzel Patera - um 1333 veranstalteten Registerversammlung, Auszug aus dem Verzeichnis alter Urkunden betitelt, hätte zu Mailberg im Jahre 1128 ein Hospital existiert, weil, dasselbe laut einer Originalurkunde aus diesem Jahre von den Brüdern - Favenberd - mit einer Stiftung bedacht war.

Original in Anno 1128

Fratres de Fawenbert jus proprietatis praedi in Potenponne praesolventis annui census duodecim suarum prodecessorum suorum Hospitali in Austria puod Meyrberg dicitur donando conferunt etc.

Diese Angabe ließe sich mit den uns in der Vergleichsurkunde vom Jahre 1156 enthaltenen Daten im Einklang bringen. Dagegen mu0 die weitere Nachricht des Fra Patera, die sich auch im Gedenkbuch der von ihm später verwalteten Pfarre Groß Harras verfindet, gewichtige Bedenken erregen. Nach ihm hätten schon im Jahre 1115 die Grafen - Hran - von Harras zu Jerusalem den Johannitern die Commende Mailberg geschenkt, mit den Pfarren Erdberg in Mähren, Harras und Rabensburg. Abgesehen davon , daß sich diese Notiz auf eine angeblich im Prager Ordensarchiv begindlichen Urkunde stützt und mit seinem eigenen Aufzeichnungen der und den uns bekannten im Widerspruch steht, dürfte hier eine Verwechslung des deutschen Rittergeschlechtes von Harras mit dem böhmischen Grafengeschlecht, das gerade um die Amtszeit des Fra Patera einen Komtur, den Grafen Hrän von Harras und Kaplü (+1342), stellte, stattgefunden haben. Daß Harras aber erst 1255, Erdberg 1227 geschenkt wurde, beweisen folgende Originalurkunden.

Original in membrana 1227

Leopoldus Dei graa Dux Austriae et Stiriae donationem ottonis de Treberg cum assensu Herici sui filii pro remedio animae suae parentumpue suorum salute factam, puae jura Patronatus in Excelsiis Walgenstein et Erburge olom: dieces. a dicto ottone Hospitali et Fratribus ord. scti. Joann: Jeros. absolute tradita concernebat, cum vibus puibuscumpue attinentiis et Juribus nolens decdimas Dei Rampue Dus temporalis possidere tradidit et in eorum usum convertit.

Original in anno 1255

Henricus de Sevelde in remissionem suorum peccatorum Domui Hospitali in Meurberg Ecclesiam in Harras cum omne Jure, vim puod possidebat cum consensu etiam suorum coheredur confert. etz.

Original in anno 1255

Confirmatio Episcopi Passaviensis super Ecclesiam in Harras per Henricum de Seveld factae donationis juris puod inibi habebat.

Jedenfalls ist es bewiesen, daß Mailberg die erste Siedlung der Johanniter in Österreich ist, denn dei Gründung des Prager Konvents durch König Wladislav II. datiert erst von dem Jahre 1159. Die Johanniter gründeten in Mailberg ein Klosterk dessen Spuren bis in die Hussitenkriege zurückreichten, in deren Stürmen es wahrscheinlich eingegangen ist. Aus dem Kloster wurde eine Kommende mit einem Komtur als Nutzniesser. Als erster wird um 1200 - Kunrat von Hackenberch - genannt.

Urkunde

Witwe Hugers von Hagenberg, ihrem Sohn Konrad, der in den Johanniterorden eingetreten war, ihre freieigene Mühle in Zwentendorf im Jahre 1286 testamentarisch vermacht.

Dieser Konrad von Hagenberg war 1293 Kommendator des Johanniterordenshauses zu Mailberg

Zur Kommende gehörten der schon um 1171 genannte Meierhof zu Blaustauden und der Mailberger Malteserhof in Wien 1, Johannisgasse, der im Jahre 1455 von den Erben des Konrad Eisinger angekauft und 1899 an die Kommune Wien verkauft wurde.

Urkunde

Barbara Mathesen des Grasser eliche Hausfrau, Dorothe und Kathrei, ir swestern all drei Wilhalm des Eyczinger seligen töchter teilen dem Bürgermeister und Rathe der Stadt Wien mit, daß sie das Haus und den Garten, daengegen über in sand Johanns strass zenachst weilent Sigmunds d. Geumanhaus und garten gelegen, das ihnen von ihren Vaters Bruder herrn Kunraten dem Eyczinger ist anerstorben und anererbt, herrn Wilhalm Dächsser, - maister zu Martperg, und seinem convent daselbs um 300 dn. verkauft haben, und ersuchen sie, den Kaufbrief mit ihren gruntinsigl zu besiegeln - Siegler: Die Grasserin und die edeln Jobst Rietentaler und Wolfgang Hertting. -

zu Wienn, an freitag von sand Larenczentag.
1455 August 8, Wien

Da Mailberg auch heute noch dem souveränen Malteserritterorden gehört, so sind die Besitzverhältnisse die denkbar einfachsten. Nur einmal fand eine Unterbrechung statt. Der Komtur - Mosch von Moritz - scheint nicht die beste Wirtschaft geführt zu haben, denn am Schlusse des Jahres 1644 präsentierten ihm die Verordneten der n.ö. Landstände einen Zahlungsauftrag von nicht weniger als 17.406 Fl., die er seit 1637 schuldete. Die gleichzeitigen Schwedeneinfälle brachten die Herrschaft noch weiter herunter. Als Mosch den wiederholten Mahnungen keine Folge leistete, machten die Verordneten endlich kurzen Porzess und nahmen die Herrschaft kraft ihrer Exekutionsordnung am 30. April 1650 unter Beschlag. Die Stände überließen sie gegen eine Pachtsumme von 2500 Fl. dem Erbküchenmeister - Wenzel Freiherr von Hegenmüllter -. Erst 1658 finden wir wieder die Johanniter im Besitze der Herrschaft Mailberg und der Komtur, der da mit energischer Hand Ordnung schuf und nicht weniger als 30.000 Fl. Schulden für seinen Vorgänger Mosch bezahlte, war kein geringerer als Bischof Graf Leopold von Kollonitsch, einer der glorreichen Verteidiger Wiens.
Den Ordensbrüdern zu Mailberg wurden auch mannigfache Schenkungen zuteil.

Schenkungsurkunde

Konrad der zweite schenkte den Rittern zu Mailberg 1247 einen Hof zu Markersdorf und einige Grundstücke zu Retzbach als Seelengereäte für seine Gemahlin Berta.

Mailberg war auch der Sitz eines Brandenburgischen Lehens:

Urkunde

Gamaret von Fronau verlieh zu Wien am 25. Mai 1502 als Lehensträger des Kurfürsten von Brandenburg dem Hans von Kuenring die durch den Tod seines Vaters Baltasar erblich an ihn gekommenen burggräflichen Nürnbergischen Lehen Seefeld, Kadolz - Mauerberg - Zwingendorf - Stranzendorf - Obrechts, Harras und Rudings.

Urkunde

Kaiser Rudolf der zweite verlieh zu Wien am 6. Juni 1589 dem Hans Ladislaus von Kuenring von Seefeld die Landesfürstlichen Lehen Gr. Schweinbart, Stillfried, Jetzersdorf, Peigarten, Kammersdorf, Stranzendorf, Mauerberg, Kadolz, Stetteldorf bei Weierburg und Herzogbierbaum.


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Mailberg als Pfarre


1.) Die St. Kunigundskirche (Bergkirche genannt):

Die fränkischen Kolonisten des 11. Jahrhunderts, die unsere Heimat besiedelten, waren bereits Christen und es ist klar, daß gar bald an den wichtigsten Punkten des Landes Gotteshäuser entstanden. Für diese Gegend war das wichtigste die Kirche zu Wullersdorf, welche am 2. Oktober 1102 auf Bitten des Abtes Engelschalk von Melk durch den Bischof Ulrich von Passau eingeweiht wurde und einen grossen Pfarrbezirk umfasste. (Die Pfarre Wullersdorf gehört heute noch zum Stifte Melk). Seine Grenzen erstreckten sich über Mailberg, Kadolz, Augenthal, Guntersdorf, Nondorf, Windpassing, Nexendorf (verschollene Ortschaft zwischen Schöngrabern und Grund, heute noch der Nexenhof.) und Wullersdorf. Sonach gehörte Mailberg ursprünglich zur Pfarre Wullersdorf und musste an diese Kirche auch den Zehent liefern. Nach Beginn des 13. Jahrhunderts - die Herrschaft gehörte damals schon den Johannitern - entstand des Zehent wegen ein Streit zwischen den Brüdern zu Mailberg und der Abtei zu Melk. Die Angelegenheit kam bis vor den römischen Stuhl und ihre Entscheidung wurde vom Papst Innozenz 3. dem Erzbischof Eberhard von Salzburg aufgetragen, welcher bezeugte, dd. Salzburg, 14. November 1208, daß der Abt Reinhold zu Melk mit Wissen und Willen des ganzen Konvents in Gegenwart des Erzbischofs und seiner Mitrichter, des Abtes Hademar von Garsten und des Archidiakons von Gruescharn, sich aller Forderungen und Ansprüche auf jenen Zehent und das Recht der Brüder zu Mailberg auf diesselben anerkant habe. Zugleich erkannte er alle diejenigen als in den Kirchenbann gesteckt, welche sich anmassen würden, die Spitalsbrüder St. Johannis im Besitze der gedachten Zehenten zu belästigen. Hierauf fertigten am 23. Dezember 1208 Abt Reinhold und sein Konvent die Urkunde, wodurch den Brüdern zu Mailberg den streitigen Zehent überließen und den rechtlichen Besitz desselben anerkannten (Keiblinger, Geschichte des Benediktinerstiftes zu Melk, 3. Band Seite 21)

Um diese Zeit dürfte wohl das St. Kunigundenkrichlein, das inmitten des Ortes lieblich auf einem Hügel lieft infolge seiner eigenartigen Lage zum Wahrzeichen Mailbergs wurde, bestanden und als Pfarrkirche seinen gebührenden Rechte ausgeübt haben. Die erste verlässliche Nachricht von dieser Kirche haben wir aus dem 14. Jahrhundert, denn wir lesen in einer Urkunde aus dem Jahre 1340 von einer Messestiftung für die Kirche St. Kunigunde

Regeste

Bruder Niklass von Wildung, Mauer St.Johannisordtens Meister zu Markburg Brieff vermöge welchen der Sieghardt Prior zu Markburg drei Pfund Pfennig zu Viesendorff gelegen zu einer Mess in der Kirchen St. Kunigundesberg zu Markburg gelegen, und soll dem Priester, wenn er die Messe halten wirdt, drei Wiener Pfennig gegeben werden.

Während der Hussiteneinfälle dürfte das Kirchlein zerstört worden sein, wurde aber bald durch ein neues, in gotischer Bauart errichtetes Gebäude ersetzt. Aus dieser Zeit stammt der leicht erkennbare, ältere Teil unserer heutigen Bergkirche. Diese war ursprünglich einschiffig und bestand aus dem heutigen Seitenschiff, das ziemlich schmal ist und noch die Kreuzgewölbe zeigt. Es bildete sich aus zwei quer-Travers, die durch einen Rundbogengurt getrennt sind, mit angeschlossener, gleich breiter, achteckig konstruierter Apsis. Gewölberippen, Konsolgliederung und das einfache Rahmenprofil lassen die ersten Jahrzehnte des 15. Jahrhunderts vermuten (Aus: Berichte und Mitteilungen des Altertumsvereines 16)

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hat man die Kirche durch einen Künstlichen Anbau vergrößert. Die Arbeit hatte man sich sehr leicht gemacht, indem man die südliche Längswand niederriß, einen mehr als doppelt so großen Anbau aufführte, das ganze überdachte und über dem Mittelpfeiler der vorderen Fassade mit einem kleinen achteckigen Türmchen, einem sogenannten Reiterchen zierte. So war die Kriche in ihrer äußeren Gestalt gänzlich verändert. Der gotische Teil wird durch vier schmale Fenster beleuchtet, der Anbau kennt außer dem einfachen Masswerk der über der Tür eingebauten gotischen Türspitzbogens keine Fenster. In der Apsis finden wir auf steinernem Altartisch einen arg vernachlässigten gotischen Flügelaltar. Die Prodella, der feste Hinterbau des Altares, enthält die Bilder der sieben sogenannten Weinheiligen: Stefan, Lorenz, Wolfgang, Ulrich, Nikolaus, Leonhard und Hubertus. Das Retabulum (Altarblatt) zeigt links und rechts zwei Bilder, die die Heiligen: Ulrich, Wolfgang - Nikolaus und Martin darstellen. Das Mittelstück des Altares ging verloren und wurde durch ein schmuckloses Bildnis der heiligen Kunigunde ersetzt. An der Südwand des Schiffes lesen wir auf einer Grabplatte die Inschirft:

Hier ruhen Johann Caspar Salverta, hiesiger Ortsbestandmann, in Gott unserem Herrn starb allhier zu Mailberg den 23. Feber 1675.
In meiner Not des Lebens Ort
war mir zu Trost das göttlich Wort
in Angst und Hitz allweil
sprich ich Herr Jesu Christ,
du bist mein Frist
auf den ich trauen will, auch bauen
in werd anschaun in Himmelauen.
Mein Alter war 54 Jahre und war geboren zu Koblenz zwar.

An der Südseite finden wir rechts und links der Eingangstür auf Grabplatten die Inschriften:

Diesen Grabstin hat hier machen lassen die wohledle, gestrenge Frau Anna Regina Salverterin, geborene Wittmann, ihrer Maihm Dorothea Grielerin, geborene Widtmann, ihres Alters 74 Jahre, starb den 24. Feber 1675

Die ursprünglichen Bronzeglocken stammten aus dem Jahre 1769, waren am 18. Oktober dieses Jahre im Stadtwaghaus der königlichen Stadt Znaim mit 139 Pfund die alte, 271 Pfund die neue gewogen und am 12. Dezember 1769 im Kloster Gars vom Prämonstratenserprälaten Paul Grotschmeyer zu Ehren unserer lieben Frau und der heiligen Floriani und Donati geweiht worden. Sie fielen beide dem Weltkrieg zum Opfer. Die jetzigen Glocken sind eisern und wurden im Jahre 1919 vom Pfarrer Gottlieb Wackershauser geweiht.

Vom Fuß der äußeren Apsiswand führt eine Öffnung in ein die ganze Kriche unterkellerndes Gewölbe, welches mit unzähligen Menschenknochen angefüllt ist und auch heute zur Verwahrung der letzten Reste aus den aufgelassenen Gräbern dient.

Rings um die Bergkirche dehnt sich der Friedhof aus. In seiner Umfassungsmauer finden sich an der Südseite drei Grabsteine aus dem 18. Jahrhundert. Die Vorderseiten stellen die göttliche Dreieinigkeit und die armen Seelen im Fegefeuer dar, während wir auf der Rückseite die schwer lesbaren Inschriften finden:

Alhier ruhet der Ehrengeachte Herr Peter Steindl seines Alters 40 Jahre ist gestorben den 26. Dezember 1737. (rechts der Tür)

Alhier ruhet der Ehrengeachte Herr Gabriel Lehner, gewester Ratsbürger allhier seines Alters 53 Jahre, gestorben den 30. April 1753. (links der Tür)

Alhier ruhet die Ehr- und tugendsame Frau Eva Steindler, ihres Alters 66 Jahre. (an der Mitte der Südseite)


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2.) Die Schlosskirche (jetzige Pfarrkirche)


Die jetzige Pfarr- oder Schlosskirche ging aus der ehemaligen Malteser-Ordenskirche hervor und wurde im Jahre 1609 erbaut. Der damalige Großprior Heinrich von Logau gab dem Komtur Grafen von Sternberg den Auftrag, die baufällige Ordenskriche restaurieren zu lassen. Der Komtur lies jedoch das alte Gebäude zum Großtei niederreißen und ein neues Gotteshaus erbauen.

Die alte Ordenskirche war im gotischen Stil erbaut, was die noch sichtbaren Strebepfeiler, einige alte Fenster und andere Zierarten bekunden. Im Jahre 1904 stieß man unter dem Pfarrer Hubka beim Setzen von Obstbäumen im Zwinger (Kirchengarten) ganz zufällig auf die Krypta (unterirdische Kapelle) der einstigen gotischen Kirche. Sie ist etwa 12m lang und 3m hoch, bis zur Hälfte mit Totengebeinen angefüllt. Der Eingang in das noch gut erhaltene Gewölbe ist kaum so groß das ein Mann sich durchzwängen kann und ist nach der Bemerkung des Herrn Pfarrers Hubka einen Meter südlich vom dritten Strebepfeiler zu suchen (Pfarrchronik). Die Öffnung wurde mit Brettern überdeckt, mit Erde überschüttet und darauf in unsinniger Weise ein Obstbäumchen gepflanzt. Seitdem drohte die Krypta in Vergessenheit zu geraten. Als ich selbst anlässlich meiner Maturahausarbeit im Juli 1930 die Pfarrchronik durchstudierte, stieß ich auf die betreffende Bemerkung des Herrn Pfarrers Hubka, mein Interesse war natürlich da und ich begann im Beisein des Herrn Pfarrers Schitawanz den Eingang freizulegen. Meine Mühe war nicht umsonst. Die Krypta fanden wir, wie sie bereits oben beschrieben wurde.

Das neue Gotteshaus wurde 1609 im Barockstil auf das alte aufgebaut. Als im Jahre 1788 in der Kirche Feuer ausbrach, welches rasend um sich griff und fast den ganzen Ort einäscherte, fiel ihm auch ein Teil der Kirche mit der 1767 erbauten Orgel zum Opfer. Graf Colleredo ließ zwar das beschädigte Gotteshaus wieder herstellen, war aber nicht zu bewegen die Kirche mit einem Turm zu verschönern. Anscheinend haben ihm die nötigen Geldmittel dazu gefehlt, denn er bereitete noch 1795 dem damaligen Pfarrer Anton Prack Schwierigkeiten , den Bau des noch heute stehenden Glockenturmes an der Schlossmauer zu erreichen. Hochwürden Herr Pfarrer Prack schreibt über das große Feuer von 1788 folgendes:

Im Jahre 1788 hatte Mailberg das Unglück, dass Feuer ausbrach, dass fast alle Häuser samt Schloss, Kirche und Meierhof einäscherte; stehen blieb nur der Pfarrhof und einige Häuser in der Seefeldgasse. Es ging also auch unter anderem die Orgel zugrunde, indem teils aus Holz war, verbrannte, was aus Zinn war, zerfloss.

Eine neue Orgel kam erst wieder 1792. Sie kostete 300 Fl.und wurde vom Orgelbauer Silberbauer aus Znaim hergestellt. Kenner lobten sie. Das Feuer soll den 21. August gewesen sein, infolgedessen der – Feuerfeiertag – eingeführt wurde, der aber 1888 aufgehoben wurde. Im Jahre 1883 wurde die Pfarrkirche renoviert. Die Arbeiten dauerten vom 9. April bis 27. Juli, wurden vom Baumeister Broseg Ernst aus Hollabrunn geleitet und erforderten einen Kostenaufwand von 5103 Fl. 88 kr. Während der Renovierung wurde die Heilige Messe an Sonntagen in der Bergkirche, an Wochentagen in der an der Nordseite des Hauptschiffes angebauten Lorettakapelle gelesen.

Von den Sehenswürdigkeiten der Kirche sind folgende zu erwähnen:


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Die Glocken


Zu erwähnen sind noch die Glocken, deren in der Bergkirche gegenwärtig sind. Vier dieser Glocken sind aus blossem Gusseisen, klein, ein Prudukt der Nachkriegszeit! Anders ist es mit der grossen fünften Glocke, im Volksmund "Sauwühl" genannt. Es geht nämlich die Sage, dass sie zur Zeit der Schwedeneinfälle auf dem Felde vergraben und erst nach Jahren von den Säuen ausgewühlt worden sei.

Die schöne Barockglocke wurde, wie auf ihr zu lesen ist, im Jahre 1761 von Franz Josef Scheichel zu Wien in der Leopoldstadt gegossen, zeigt auf der einen Seite Prägungen der hl. Maria und des hl. Josef, auf der Kehrseite die hl. Georg und Antonius. Am oberen Rande lesen wir:
A FULGURE ET TEMPESTATE LIBERA NOS DOMINE JESU CHRISTE

Der Untere Rand trägt die Inschrift:
Im Jahre 1761, MDCCLu.11, unserer Regierung Kaysers Francisci I. et Maria Theresia und Grossmeisterschaft HOchfl. Eminenz Herrn Eman. Pinto ist diese Glocken auf Anordung des Mailberger Herrn comendatoris Grafen Antonius Colleredo gegossen worden.

Ihr eherner, dumpf - dröhnender Klang ist weithin in einem Umkreis von 20 km hörbar. Auf ihren Besitz können wir mit Recht stolz sein. Herr Pfarrer Prack schreibt in der Chronik über eine Speiserglocke, die am 15. April, am Tag des hl. Markus 1861 gesprungen sei. An der Aussenseite dieser Glocke befanden sich nebst verschiedenen Quirlanden folgende Inschriften:
1769 goss mich Gottfried Ferdinand Bardt in Wien.
A peste fame bello toniten bcesurapue iguis perpetuo libera nos Deus.
Ausserdem sind folgende Prägungen darauf:
Christus am Kreuz, Maria mit dem Jesuskindlein, der hl. Johannes von Nepomuk und das Wappen desCommandeuers, ein Malteserkreuz mit einem Hufeisen im Feld, rechts Stroh und ein Steinbock, links ein Hahn und ein Adler. Rings herum die Inschrift: Antonius Ernestus Graf von Trautsohn und zu Falkenstein - Grosskreuz.

Im Jahre 1862 wurde diese Glocke vom Glockengiesser Guck aus Znaim übergossen, Ihr Gewicht war vorher 6 Zentner 20 Pfund, nachher 6 Zentner 93 Pfund. Ihre neuen Insignien: Ein Kruzifix, Marienbild, Johannes der Täufer, Malteserkreuz, Name des Commandeurs Grafen von Schönborn, und der des Glockengiessers mit der Jahreszahl 1862. Name des Glocke: Johann Täufer. Pate war Verwalter Rziceck.


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Die Geistlichkeit Mailbergs


Zwar beginne die Tauf-, Trau- und Totenbücher erst mit dem Jahre 1657, doch wissen wir durch mündliche Überlieferung, und Bestehen alter Gebäude, dass die Pfarre Mailberg viel älter ist. Leider kennen wir auch die Namen der einzelnen Pfarrer nur seit 1654. Nach einem Bericht aus dem Jahre 1654 war Balthasar Ibel Pfarrer von Mailberg und Harras.
1657: war Johann Kraichachicz. Er floh bei einem Einfall der Tartaren.
Nun lesen wir die Namen der einzelnen Geistlichen bereits im Taufbuch.
1662: Hoc anno vixit Parochus in Mailberg Lucas Merkas. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.
1663: Hoc anno vixit Parochus in Mailberg simul et in Harras. Bartholomäus Ignatius Schneider.
1666: Admodum Reverendus Dominus christophorus Kirchschlager Carinthus Clagenfurtensis Parochus hujus loci baptizavit hos sepuentes.
1670: P. Melchior Irmler S.J.Theologio Baccalaurens et p.t. hic ordinarius baptizavit hos sepuentos.
1677: Laurentius Schereg Can.Reg.Professus Thyrnstainensis filius Rezensis, et p.t. hic Parochus baptizavit hos sepuentes, et huc veni 1ma Agusti 1677; wieder in sein Kloster zurück.

to be continued....(16 Seiten von 36 - 04.05.2002)


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